Ein Journalisten-Pool aus Dänemark kümmert sich um pferdegerechten Umgang an Turnieren und veröffentlicht mutigst Verstösse, auch auf Youtube. Der neuste Fall betrifft das Fehl-Verhalten des zweitplatzierten der FEI World Reining Finals von Malmö (SWE) 2011 auf dem Abreitplatz Craig Schmersal (USA). Die Lawine, die diese Veröffentlichung losgetreten hat ist wuchtig und verwüstet mehrere Talschaften. Zweihändig zupft und zupft und zupft der Trainer am Maul seines treuen Kameradeen der schon längst nicht mehr weiss, wohin er sich mit dem Kopf noch verkriechen könnte; die Brust steht ihm im Weg. Wenig später folgen Stoppübungen mit der im Reining verbreiteten Methode, bei der das Pferd nur wenige Meter vor der kurzen Bande zum Stopp gedrängt wird, um es anschliessend entweder in die Bande krachen zu lassen, zupfend zu korrigieren oder wieder den halben Weg zurück zu korrigieren. Auch diese Einheit liess das Pferd geduldigst über sich ergehen. Nur wer genau in die Augen des Pferdes schaut, erkennt welch unglaubliche Erniedrigung und Schmerz das Tier in diesen langen Minuten erleidet. Der Beschrieb passt nicht nur auf die gezeigten Youtube-Szenen von Craig Schmersal, sondern auch für viele, viele andere Abreiteplätze und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erst recht an die heimischen Trainings-Gebahren. Übrigens längst nicht nur im Reining, wie ein vor wenigen Monaten veröffentlichtes Video über den Pleasure-Trainer Ruggero Prevedel unterstreicht. Oder wenn man sich an das Gerichtsverfahren bezüglich des misshandelten Pferdes erinnert, welches beim Pleasure-Trainer Cleve Wells (USA) stand (WESTERNER berichtete über diese Vorfälle). Der WESTERNER hat mit Craig Schmersal, Offiziellen, Internationalen und Funktionären über das Problem des Missbrauchs im Westernsport gesprochen und den Fall genauer betrachtet – mit ernüchterndem Resultat. Mehr dazu in der Juli-Ausgabe des WESTERNER-Journals.
Text: Westerner.ch





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